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Finale der Weltumsegelung in Pula

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Obwohl wir mit der erfolgreichen Weltumsegelung vor Korfu den vielleicht größten Meilenstein der Reise schon erfolgreich gemeistert haben, ist uns noch ein weiteres großes Ziel wichtig. Wir wollen mit der Sea Pearl in unseren Starthafen zurücksegeln und damit den Kreis um unsere Erde nicht nur geographisch sondern auch emotional abschließen. Auch wenn man die letzten paar hundert Meilen also vielleicht als Epilog bezeichnen könnte, so freuen wir uns sehr auf das Finale unserer Weltumsegelung. Wir segeln in vertrautem Terrain, und können damit voll in den Urlaubsmodus schalten. Wir freuen uns auf die kroatische Segel-Leichtigkeit. Ankern bzw. vor Boje liegen in wunderschönen Buchten mit glasklarem Wasser, vielleicht etwas wenig Wind, aber auch immer eine passende Alternative sollte sich das Wetter doch mal ändern. An anderen Abenden freuen wir uns auf kleine Hafenstädte und ein leckeres Essen in einer Konoba. Eben so, wie die Segelurlaube waren, die uns erst auf die Idee zu unserer großen Reise mit der Sea Pearl gebracht haben. Besonders schön ist es, dass wir uns eine kleine Willkommens-Flotille organisieren konnten. Wir können so die Reise mit den Seglern, die uns auch etappenweise an Bord besucht und begleitet haben, teilen. Das erste Boot, das uns gleich an unserem ersten Stopp in Kroatien in Empfang nimmt ist die Thalaia mit meinem Vater, Klaudia, Irmi und Fredl an Bord.

Ruhige Morgenstimmung mit toller Wasserfarbe auf Solta
Los geht’s in den kroatischen Inselgarten
Luisa mit ganz viel Spaß beim Segeln
Sea Pearl läuft
Es macht Spaß so viel Gas zu geben

Wir starten in der Bucht Šešula auf der Insel Šolta. Der erste Schlag im kroatischen Inselgarten führt uns mit einem tollen, entspannten Segeltag in eine für uns noch neue Bucht im Süden der Insel Kaprije. Eigentlich wollen wir dort ein Restaurant besuchen – nur scheinbar hat der Wirt andere Pläne. Wir kochen also jeder an Bord und schwimmen für die Anlegebiere von Boot zu Boot.  Am nächsten Tag geht es auf einen sportlichen Am-Wind Kurs fast schon im Match-Race Modus mit der Thalaia weiter nach Nord in einer Bucht im Süden der Insel Pasman. Wir waren so lange sehr darauf bedacht, dass wir unserer Sea Pearl durch zu sportliches Segeln keinen Schaden zufügen – und haben ja auch noch den Vollgas-Segeltag in den Kykladen im Kopf, der uns vermutlich das gebrochene Unterwant beschert hat – dass wir beide das Grinsen gar nicht mehr aus den Gesichtern bekommen. Es macht richtig Spaß im Daysail-Modus die Sea Pearl so richtig zu scheuchen und sich dabei eine Privatregatta mit meinem Vater zu liefern. Volle Krängung, Sonne, genau der richtige Wind und kaum Welle: Es fühlt sich gut an.

Zwischen Kaprije und Pasman geht es auf einen tollen Am-Wind Segeltag
Wir liefern uns ein Match-Race mit der Thalaia
Luisa steuert bei Vollgas von unten mit Sicht in die Segel
Sea Pearl und Tahlaia beim Badestopp vor Iz
Altes Haus mit Oleandern in Iz

In den folgenden Tagen geht es weiter nach Norden. Zuerst auf die Insel Iz zu einem tollen Abendessen in Veli Iz im Restaurant Lanterna. Weiter geht es mit einem Bade- beziehungsweise Schnorchelspot am halb versunkenen italienischen Frachter „Michele“ in einen unserer Lieblingshäfen in Kroatien, nach Molat in den Stadthafen. Dort hissen wir auch zum ersten Mal die Gastlandflaggen aller besuchten Länder. Es ist ein schöner Brauch, dass heimkehrende Schiffe die Gastlandflaggen aller besuchten Länder über Topp, das heißt bei uns über die Mastspitze, setzen und so auch ein optisches Zeichen für eine erfolgreiche Segelreise geben. Wir sind stolz und fast ein wenig ungläubig, dass wir da 45 Flaggen setzen können. Und was für ein tolles Bild.

Mit unserem Parasailor fahren wir von Iz nördlich Richtung Molat
Wir legen einen Badestopp am halb versunkenen Frachter Michele ein
Wir setzen alle Gastlandflaggen unserer Reise übers Topp
In Molat begrüßen wir die Tatana
Tatana beim Anlegen

In Molat wächst unsere Flotille um ein weiteres Boot. Stefan und Nicola haben uns auf der anstrengenden Etappe von Panama nach Galapagos begleitet und dann die einzigartige Tierwelt dort erlebt. Jetzt begleiten Sie uns mit weiteren Freunden auf der Tatana, einem Boot ihres Segelvereins. Wir sitzen im Cockpit zusammen, tauschen uns aus, lassen nochmal gemeinsame Erlebnisse Revue passieren und erzählen Geschichten unserer und derer Reisen. Am kommenden Tag im Bojenfeld vor Premuda, einem der wenigen Plätze in Kroatien, an dem man einen wirklich schönen Sonnenuntergang über dem Wasser vom verankerten Boot aus sehen kann, stößt dann noch Marco mit Julia auf einem gecharterten Boot von Trend Travel Yachting, der Agentur, die auch unsere Sea Pearl vor der Reise verchartert hat, zur Gruppe. Wir sind also vier Boote, die zu unseren Ehren jetzt den Heimweg nach Pula in die Marina Veruda antreten. Wir fühlen uns geehrt und für uns ist das etwas ganz Besonderes. Dass sich so viele Menschen die Zeit nehmen, diesen Abschluss mit uns zu teilen, hätten wir vor zwei Jahren so nicht erwartet. Wir tauschen uns unter Tags über Funk aus, treffen uns zum Badestopp in Buchten und gehen dann Abends gemeinsam Essen, zum Beispiel im Restaurant Artatore auf der Insel Losinji am kommenden Abend, oder kochen an Bord. Besonders schön war das am vorletzten Stopp der Reise in der Portic-Bucht ganz im Süden der Halbinsel Istrien. Wir kochen unsere Version von Spaghetti AOP – damit aber alle vier verankerten Boote auch das gleiche Essen bekommen, kocht jedes Boot die Spaghetti vor und macht den Rotwein auf – Luisa und ich hüpfen mit einem großen Vorrat an Olivenöl-Knoblauch-Peperoni-Sauce mit dem Dinghy von Boot zu Boot, bis die ganze große Gruppe nach dem Essen wieder zur Beiboot-Party am Heck eines der Segelschiffe festmacht. Diese Leichtigkeit hatten wir auf der Reise oft – aber selten so bewusst wie jetzt.

Sea Pearl über Topp beflaggt
Sea Pearl unter Segel
Nochmal ein Teil unserer Flaggenparade
Unsere 4-er Flotille ist im Bojenfeld vor Premuda komplett
Unsere letzten Meilen machen uns viel Spaß
Auf gehts zur Bucht Artatore auf Losinji
Luisa mit ihrem perfekten Köpfer
Unsere Ankommens-Flotille fast komplett in der Piratenbar in der Bucht Portic
Ruhige Abendstimmung

Was uns auf diesen letzten Etappen besonders auffällt, ist die Resonanz aus der Segler-Community. Immer wieder werden wir erkannt – auf dem Wasser, im Hafen, über Funk. Segler, die uns begegnen, die unsere Reise verfolgt haben, die uns gratulieren. Diese Begegnungen sind oft kurz, manchmal nur ein Winken, ein paar Worte – aber sie gehen uns jedes Mal nahe. Es ist begeisternd zu sehen, wie viele Menschen wir mit unserer Art der digitalen Reisebegleitung angesprochen haben. Und es macht uns auch stolz nicht mit marktschreierischen Ankündigungen oder großen Dramen, sondern einfach mit der Schönheit des Segelns und einer gut geplanten Reise viele Follower gefunden zu haben. Danke auch an dieser Stelle an jeden, der uns virtuell gefolgt ist und uns damit motiviert hat, diese Reise weiter zu dokumentieren.

Das Revier fühlt sich immer noch vertraut an. Viele der Buchten, Inseln und Orte kennen wir noch von früher. Und doch hat sich irgendwie die Perspektive verändert. Wir sind nicht mehr als Charterurlauber unterwegs und fahren in die Marina Veruda zum Abgeben des Bootes. Wir kommen zurück und auch so etwas wie nach Hause.

Am letzten Schlag entlang der istrischen Küste mit einem Badestopp in der super türkisen Bucht direkt südlich der Marina werden wir beide richtig nervös. Soll es das gewesen sein? Wie wird das Ankommen? Und dann laufen wir in die Marina Veruda ein. Aufgekratzt und mit mehr Anspannung als oft bei kniffligen Hafeneinfahrten in unbekannten Revieren tuckern wir die lange Gasse entlang der Stege bis zur Nummer 15. Wir wissen zwar noch ganz genau wie es dort aussieht – gleichzeitig wissen wir, dass mit diesem Ankommen auch etwas zu Ende geht und wir sind ziemlich aufgewühlt. Schon auf den letzten Metern hören wir die ersten Rufe. Menschen am Steg, die uns erkennen, die uns zuwinken. Freunde, Bekannte, Segler – viele haben unsere Reise begleitet, viele sind jetzt da.

Der letzte Segelschlag vor der Marina
Unsere Willkommens-Flotille beim letzten Badestopp vor der Marina
Wir laufen in die Marina Veruda bei Pula ein
Wir haben es geschafft – Sea Pearl liegt wieder am gleichen Steg wie vor zwei Jahren
Abendstimmung in der Marina Veruda
Gemeinsam mit den Teilnehmer unsere Flotille lassen wir den Törn Revue passieren

Was dann passiert, lässt sich schwer in Worte fassen. Der Empfang ist herzlich, laut, emotional. Und mittendrin stehen wir – ein bisschen überwältigt, ein bisschen ungläubig, dass wir tatsächlich wieder hier sind. Genau hier, wo vor knapp zwei Jahren alles begonnen hat. Ganz besonders ist für uns der Moment, als wir die Mechaniker von Trend Travel Yachting wiedersehen. Sie haben unsere Sea Pearl über viele Jahre betreut, sie kannten das Boot lange bevor wir überhaupt daran dachten, damit um die Welt zu segeln. Und jetzt stehen sie vor uns, fallen uns um den Hals, mit Tränen in den Augen – weil „ihr Schiff“ einmal um die Welt gesegelt ist und wieder zurückgekommen ist. Besonders innig fällt die Umarmung mit Paolo aus. Er ist der Basisleiter von Trend Travel Yachting in Pula und war über die ganzen zwei Jahre unser ständiger Kontakt per Telefon oder WhatsApp, wenn wir ein größeres oder manchmal auch kleines Problem an Bord zu lösen hatten. Es fließen Freundentränen und wir brauchen alle Mal einen Moment des emotionalen Sammelns – DANKE Paolo!

Als wir am Abend an Bord sitzen und langsam etwas Ruhe einkehrt, lassen wir die vielen Eindrücke sacken. Alle Mitsegler unserer Flotille versammeln sich auf dem Deck der Sea Pearl und der direkt benachbart liegenden Thalaia. Wir feiern uns, die Sea Pearl, unsere Reise und die vielen Orte, die Begegnungen, die langen Passagen, die schwierigen Momente und die unglaublich schönen. Wir haben diese Welt umrundet. Wir sind über 30.000 Seemeilen gesegelt. Und wir sind gemeinsam wieder genau hier in Pula angekommen.

Es ist schwer zu beschreiben, was das bedeutet.

Vielleicht ist es am ehesten ein Gefühl von Dankbarkeit.

Dankbarkeit dafür, dass wir diese Reise machen durften. Dafür, dass wir gesund geblieben sind. Dafür, dass die Sea Pearl uns über all diese Meilen getragen hat. Und vor allem Dankbarkeit für all die Menschen, die Teil dieser Reise waren.

Luisa und Matthias

Unser Abschiedsbild auf der Sea Pearl
So haben wir unser Zuhause für zwei Jahre verlassen
Danke Paolo, für die perfekte Vorbereitung unserer Sea Pearl und deine Hilfe während der Weltumsegelung

Auch diesen letzten Abschnitt unserer Reise haben wir in den Videos zum Flotillensegeln und dann unserer Rükkehr nach Pula festgehalten. Auch die zugehörigen Tagebucheinträge auf Instagram findet ihr nach wie vor online.

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